Interview mit der lieben Bärbel Küppers vom Hochzeitsblog Frau Immer und Herr Ewig

Entwicklung eines Hochzeitskonzeptes

Bei den Deko-Konzepten von Hochzeitsplanerin Tatiana de Weber stockt uns immer wieder der Atem – da mussten wir einfach nachfragen, wie sie es schafft, sich immer wieder selbst zu übertreffen…

Wenn wir Bilder von Hochzeiten sehen, die die Weddingplannerin Tatiana de Weber aus Köln umgesetzt hat, dann sind wir immer wieder aufs Neue absolut begeistert. Denn was sie entwickelt, ist irgendwie ganz anders als alles bisher gesehene. Es sind nicht nur reine Konzepte, es sind wahre Kunstwerke, die sie für ihre Brautpaare entwickelt.

Das Talent für Ästhetik wurde Tatiana ein stückweit in die Wiege gelegt – denn ihre Mama war Architektin und Tatiana hat es schon von Kind an geliebt, ihrer Mutter beim Erstellen von Moodboards über die Schulter zu gucken. Und auch heute noch setzt sie sich nicht vor Pinterest & Co., sondern geht mit offenen Augen durch die Welt, nimmt Schere und Kleber zur Hand und zeigt ihren Kunden an einem realen 3D-Moodboard ihre Ideen auf. So auch bei dieser Hochzeit am 30. September 2017, von der wir euch heute das Konzept vorstellen und zudem von Tatiana so einige spannende Details erfahren, wie der Weg vom weißen Blatt Papier zur Hochzeit denn aussieht.

Tatiana, erzähl uns doch ein bisschen was zum Hintergrund der Hochzeit, wie ist die Idee zu diesem Konzept entstanden?

Jedes Brautpaar hat seine eigene Geschichte, die sich im Design-Konzept widerspiegeln soll. Damit ein stimmiges Konzept entsteht, brauchen wir ein wachsames Auge und einen klaren Blick für das Wesentliche. In einer intensiven Beratung werden die Besonderheiten der vielen Liebesgeschichten herausgearbeitet und die Ziele definiert. Bei diesem Konzept spielte die Architektur eine große Rolle, denn durch den Beruf und die Liebe zur Ästhetik hat sich das Paar kennen und lieben gelernt. Bildhübsche Architektin trifft charmanten Bauträger, somit fing alles an. Die Leidenschaft für das Reisen sowie das Kennenlernen fremder Sprachen, exotischer Länder und Kulturen haben die beiden bereits früh entdeckt, diese ‚Abenteuerlust‘ verbindet das Paar und prägt ihr Leben. Somit hatten wir die perfekten Zutaten für ein wunderschönes Konzept: Delightful Garden! Ein gewagtes und exotisches Projekt, bei dem Vögel, Schmetterlinge und übergroße Früchte die imaginären üppigen Blumen des Paradiesgartens mit architektonischen Elementen in schwarz-weiß teilen.

2a
2b
2c

Wie gehst du an die Entwicklung eines Hochzeitskonzeptes ran?

Meine Konzepte entstehen in mehreren Schritten. Ich beginne natürlich mit der Geschichte des Paares, gefolgt von der Recherche zum passenden gewünschten Thema (Boho, Urban, Classic, Greenery, Vintage..). Dabei müssen die Größe und der Stil der Location immer berücksichtig werden, davon hängt die Umsetzung ab. Danach schlage ich anhand der bezweckten Wirkung und Ästhetik vor, welche Materialien und Farben meiner Meinung nach zum Einsatz kommen sollen. In diesem Fall war eine Farbexplosion mit extravaganten Motiven unsere Basis. Nach diesen theoretischen Schritten folgt der praktische und oft intuitive Prozess des ‚Aufbringens‘: Ich bastele an meinen 3D Moodboards! Der Einsatz verschiedener Materialien ermöglicht es mir, meine Paare auf Entdeckungsreise zu schicken. Sie bekommen dadurch die Möglichkeit für eigene Interpretationen und somit werden die Konzepte mit liebevollen Details und neuen Ideen ergänzt – eine sehr schöne und inspirierende Zusammenarbeit. Das ist sehr wichtig, hier geht es nicht um meine Selbstverwirklichung, sondern um die perfekte Umsetzung des Traumtages meiner Brautpaare. Herzstück unserer Arbeit ist der ständige Austausch und der enge Kontakt. Mit meinen Konzepten möchte ich Fantasie beflügeln, Träume  wecken, inspirieren und als Unterstützung dienen und nicht als Bestimmer. Sobald wir uns über die Richtung einig sind und ich Begeisterung in den Augen meines Paares sehe, geht es an die Detailarbeit und die Umsetzung.

Mit meinen Konzepten möchte ich Fantasie beflügeln, Träume wecken und inspirieren.

Tatiana de Weber, Hochzeitsplanerin

Hast du bestimmte Tools, mit denen du arbeitest, z.B. Pinterest?

Ja, meine Schere! Und Kleber und Bänder… Ich bin in einem Haus voller Zeichnungen, Farben, Stoffmuster, Design und Zeitschriften groß geworden. Meine Mama ist Architektin und von klein an habe ich diese fantasievolle und kreative Welt sehr bewundert und geliebt. Schon lange vor Pinterest und Co. habe ich hautnah erlebt wie sie 3D Moodboards hergestellt und fotografiert hat, um ihre Ideen den Kunden plastisch und realitätsgetreu näherzubringen. Es wurde geschnitten, geklebt, getackert, gemalt – alles mit so viel Liebe zum Detail! Eine herrliche Zeit, in der man mit den eigenen Händen und ohne die Hilfe von Programmen oder Computern ausprobiert und sich ausgetobt hat. Für mich waren es faszinierende Jahren, die mich sehr geprägt haben. Genau so mache ich es heute weiter, meine Moodboards werden per Hand und sehr individuell hergestellt, da tobe ich mich komplett aus!

3a
3b
3c

Was ist der Mehrwert deiner Konzepte?

Ich glaube fest an den ständigen Wandel von Ideen. Dafür muss man aber offen für das Unbekannte und das Risiko sein. Vielleicht liegt die Einzigartigkeit meiner Konzepte an dem ursprünglichen Bedürfnis, immer wieder etwas zu wagen, ohne mich zu scheuen. Sich nach Trends zu richten ist einfach und bequem. Querdenken, kreatives Schaffen, das ist nichts für Furchtsame. In all meinen Arbeiten suche ich jedes Mal aufs Neue eine Verbindung zu meinen Erinnerungen und Gefühlen, um daraus was vielleicht Überraschendes den Paaren zu präsentieren. Kreativität ist vor allem eine Haltung. „Kreativ sein“ bedeutet zuerst einmal mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Einflüsse von Außen zuzulassen, mit denen ich mich dann später auseinander setzte. In meinen Moodboards sammele ich Bilder, Gedanken, Zitate, erste Ideen, usw. Ich visualisiere einfach alles, was meine Aufmerksamkeit weckt. Im zweiten Schritt brauche ich das Ganze nur noch neu zu verknüpfen und die Details nach und nach auszuarbeiten. Und voilá, aus einem leeren Blatt entsteht plötzlich ein einzigartiges Fest! Die Freude über das Entdecken einer neuen Umsetzung eines Konzeptes füllt mein kleines brasilianisches Herz immer wieder neu…

Ich liebe das Unbekannte und das Risiko. Meine Ideen befinden sich in einem ständigen Wandel. Stillstand ist nichts für mich.

Tatiana de Weber, Hochzeitsplanerin

In welche Bestandteile der Hochzeit ist dieses Konzept eingeflossen?

Zu aller erst bei der Papeterie! Ein Designkonzept bildet das Gerüst, auf dem sich später alle weiteren Designelemente richten. Erstmals sichtbar wird der rote Faden in der Hochzeitseinladung, zieht sich von da aus weiter zu Blumenschmuck, Dekoration, Tischpapeterie, Sweet Table, sogar bis zur ausgesuchten Musik und den Speisen. Die Einladungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil eines Konzeptes, denn sie geben den Ton an, was Gäste am Hochzeitstag erwarten und helfen ihnen gleichzeitig, sich auf das Fest vorzubereiten. Bei dieser gewagten Papeterie haben wir eine talentierte Designerin und eine fantastische Illustratorin ins Boot geholt und mit Kollagen gearbeitet. Originale Bilder von der Location wurden überarbeitet und mit künstlerischen Motiven kombiniert. Der 3D Effekt wurde durch diese Technik verstärkt, das edle Papier ergänzte perfekt das Layout.

4c

Uns ist vor allem auch die Blumendekoration sofort ins Auge gestochen…

Ja, die Floristik ist auch ein sehr wichtiger Bestandteil jeder Hochzeit. Blumen verleihen diesem besonderen Tag zusätzliche Farbe, Textur, viel Gefühl und zaubern dadurch schnell eine festliche Stimmung. Ihre Verwendung ist immer eine Form des Ausdrucks, wie man es hier sieht. Wehende Gräser, farbintensive Blüten im Stil unberührter Natur – alles im Farbthema der restlichen Deko – schaffen auf natürliche Weise eine florale Szene, die mit dem Ambiente verschmilzt und selbstverständlich wirkt. Die Blumenarrangements waren das Gesprächsthema Nummer Eins unter den Gäste.

Gibt es das perfekte Hochzeitskonzept?

Das perfekte Hochzeitskonzept ist ein Konzept, das als solches von Familie und Gästen nicht wahrgenommen wird, weil jedes kleinste Detail so ungezwungen und natürlich erscheint. Wenn man so eine Stimmung schafft, wo das Paar sich selbst und seine Geschichte in jeder Ecke entdeckt, dann hat man alles richtig gemacht.

Liebe Tatiana, wir sind wirklich große Fans von deiner Kreativität und deinem künstlerischen Schaffen. Chapeau! Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Nicht umsonst bist du die Gewinnerin des Kreativwettbewerbs des #4 Deutscher Hochzeitskongress. Wir sind gespannt, was wir in Zukunft noch alles von dir zu sehen bekommen.

Beteiligte Dienstleister

Weddingplanning, Weddingdesign und Umsetzung: Tatiana de Weber
Location: Villa Stella Rheni
Papeterie: traufabrik papeterie & Lea Gudrich
Floristik: Óu j’au grandi
Fotograf: LE HAI LINH Photography
Patisserie: Schätzle Tortenmanufaktur 
Pralinen: Praliné Privé
DJ: Dandy-O
Saxophon: Dirk Trümmelmeyer
Trauredner: Manfred Erwe